ACCEPT

Das EU-Forschungsprojekt ACCEPT befasst sich mit der Verbesserung der Ausführungsqualität auf Baustellen des Hochbaus durch den Einsatz eines digitalen Assistenzsystems für Bauausführende. Das Fraunhofer-Zentrum Bautechnik ist als wissenschaftlicher Partner in das Projekt involviert und erarbeitet ein Konzept zur optischen Erfassung von Ausführungsmängeln.

ACCEPT steht für Assistant for Quality Check during Construction Execution Processes for Energy-efficienT buildings.

Die Baubranche konnte in den letzten Jahren weite Teile der Planungsphase und des Betriebs von Gebäuden digitalisieren und damit die entsprechenden Prozesse erheblich verbessern. In der Bauausführung steht die Entwicklung diesbezüglich noch weit zurück. Es ist ein signifikanter Unterschied zwischen der geplanten energetischen Performance von Gebäuden und dem tatsächlich gemessenen Energieverbrauch im späteren Betrieb feststellbar. Neben dem großen Einfluss des Nutzerverhaltens sind Ausführungsmängel oft der Grund für diese Abweichungen. Bauteile und Baustoffe werden oft nicht der Planung oder Auslegung entsprechend verbaut und führen zu Nacharbeit, Bauschäden oder unnötig hohen Energieverlusten.

ACCEPT begegnet diesem Problem mit der Entwicklung eines digitalen Assistenzsystems für den Einsatz auf Baustellen. Zwölf Partner aus sieben Ländern und unterschiedlichen Branchen entwickeln gemeinsam eine Gesamtlösung für Planer, Bauleiter und Handwerker um die Ausführungsqualität im Hochbau effektiv zu verbessern. Dafür werden voraussichtlich Datenbrillen in Verbindung mit zu entwickelnden Software-Applikationen zum Einsatz kommen.

Das Fraunhofer-Zentrum Bautechnik befasst sich innerhalb des Projekts mit der digitalen Erfassbarkeit wesentlicher Ausführungsmängel. Dafür wird zunächst eine Studie zu den am häufigsten vorkommenden Ausführungsmängeln im Hochbau und deren Konsequenzen durchgeführt. Im nächsten Schritt werden diese Mängel auf digital erfassbare Aspekte hin geprüft und ein System entworfen, um alle relevanten Ausführungsmängel mit wenig sensorischem Aufwand zu erfassen. Aufbauend darauf wird dann ein Interpretationskonzept entwickelt, welches in der Lage ist, die Ausführung bestimmter Konstruktionen mit einem SOLL-Zustand zu vergleichen und entsprechendes Feedback an die Bauausführenden zu geben. Ob dies ausschließlich digital oder nur unter Einbindung von Menschen möglich ist, wird im Zuge der Forschungsarbeit ermittelt.